"Hausrunde"

Haustour I
„Herbst-Impulse“
Vorbemerkungen:
Diese Tourbeschreibung eröffnet dem auch nur etwas geduldigen Beobachter die Möglichkeit, den Westlausitz-Biker in seiner natürlichen Umgebung zu erleben und zu studieren. Sie kann darum als ein erstes (daher die römische Eins – weitere folgen mit hoher Wahrscheinlichkeit) Hilfsmittel betrachtet werden, diesem possierlichen Geschöpf (nämlich dem Westlausitz-Biker) in freier Wildbahn nachzuspüren.
Rasch gewinnt man sein Zutrauen, wenn man sich selbst auf einem muskelbetriebenen Zweirad im Beobachtungsraum bewegt. Sollte man den – von Natur aus neugierigen und eigentlich fröhlich-gutmütigen – Westlausitz-Biker doch einmal missgestimmt antreffen, empfiehlt es sich, seine immer wache Neugier auf neue Trails mit einigen Hinweisen auf solche zu beschäftigen. Im Zweifelsfalle schiebt man dem Westlausitz-Biker jedoch ein (möglichst großes) Radler unter die Nase. Das hilft IMMER!!!
„Herbst-Impulse“ heißt die Tour im Untertitel deshalb, weil hier nochmal ordentlich Tinte auf den Füller kommt. Wer wissen will, was damit im Einzelnen gemeint ist, der fährt das Ding einfach nach ...
Die Tour:
Startpunkt ist – ihr ahnt es schon – wiederum der schöne Ort Arnsdorf bei Dresden. Von hier aus bewegen wir uns auf der Kleinröhrsdorfer Straße Richtung Stausee Wallroda. Diesmal biegen wir allerdings – schon der Abwechslung halber – vor der Brücke über die Eisenbahnstrecke Arnsdorf-Kamenz rechts in den Wald ab. Wir nutzen die nächstbeste Gelegenheit, um auf den Trail unmittelbar neben den Bahngleisen zu gelangen und folgen diesen über die Bahnbrücke, die über den Wallrodaer Stausee führt, in Richtung Großröhrsdorf/Kamenz. Dabei ist einige Vorsicht geboten, insbesondere, wenn ein Zug die Strecke benutzt; der Trail verläuft teilweise sehr nahe an den Gleisen. Kurz vor Großröhrsdorf biegen wir rechts auf einen breiten Waldweg ein, der – allerdings in einigen Metern Entfernung – weiterhin den Bahngleisen folgt und uns bis ans Ortseingangsschild von Großröhrsdorf bringt. Hier überquert die Bahnstrecke die Straße von Radeberg nach Großröhrsdorf. Wir biegen links auf diese Straße ein und folgen ihr einige hundert Meter in Richtung Radeberg, bis wir rechts einen breiten Feldweg sehen. In diesen biegen wir ein und fahren, die sogenannte Schafbrücke nutzend, über die Große Röder durch die Wasserwiesen und dann leicht ansteigend wiederum in den Wald. Nach kurzer Zeit erreichen wir den Langen Flügel, auf den wir rechts einbiegen.
Auf dem Langen Flügel bleiben wir für einige Kilometer und überqueren dabei zuerst die Autobahn A 4 über einer Wanderwegbrücke und dann die Straße von Lichtenberg nach Großröhrsdorf. Bis dahin steigt der Weg an der Flanke des Eierbergs ständig an. Jetzt werden wir, dem Langen Flügel weiter in Richtung Ohorn folgend, mit einem zwar unspektakulären, aber langen Downhill (na ja, es geht halt einfach ein gutes Stück einfach bergab) belohnt. Bald stoßen wir auf eine schmale Straße, die von Pulsnitz nach Großröhrsdorf führt. Auf diese biegen wir rechts ein, folgen ihr gut hundert Meter, überqueren dabei die Bahnlinie Kamenz – Arnsdorf und schlagen uns wieder links in die Büsche, will heißen: Wir nehmen den schönen Waldweg, der dort nach links in Richtung Ohorn in den Wald abbiegt. Dort halten wir uns weiter links, strampeln einen nicht allzu heftigen Berg (Buchberg geheißen) hinauf und gelangen nach Ohorn. Auf der Hauptstraße angekommen, machen wir einen „ausgeprägten rechts-links-Schlenker“ - d.h. erst biegen wir rechts auf die Straße ein, um sie kurz darauf wieder links zu verlassen. Es geht nun durch eine kleine Siedlung in einem Rechtsbogen in Richtung Autobahn. Da wir natürlich nicht gegen die dort stehende Schallschutzwand knallen möchten, nehmen wir den Weg zur linken Hand, der sehr rasch zum Feldweg wird. Diesem folgen wir, überqueren erneut eine Straße (sie führt von Ohorn nach Hauswalde) und lassen uns nicht davon irritieren, dass danach aus dem Feldweg wieder eine Teerstraße geworden ist. Sie schlängelt sich zuerst durch Wiesen, dann durch den Wald bis zum Forsthaus Luchsenburg. Nein, hier gibt’s noch KEIN Radler, das müssen wir uns erst noch verdienen! Also, nicht geschwächelt und weich geworden, die Luchsenburg wird – im übertragenen wie tatsächlichen Sinne – links liegen gelassen, denn auf uns wartet der Hochstein!
Den erreichen wir, indem wir, uns rechts haltend, vom Hauptweg in Richtung Rammenau abbiegen (den Hauptweg entlang auf den Hochstein zu strampeln wäre zu einfallslos), dem Weg ein gutes Stück folgen und dann kurz nach einem kleinen (abgesoffenen) Steinbruch scharf links abbiegend uns zum Gipfel des Hochsteins „bewegen“. Hier oben ist dann eine kleine Verschnaufpause erlaubt; wer will, kann mit wenigen Schritten die Gipfelklippen des Hochsteins erklimmen. Die Weite des Rundblicks hält sich allerdings, zumindest wenn die Bäume belaubt sind, in Grenzen. Wie auch immer, wir haben ausreichend verschnauft und schwingen uns wieder auf die Bikes und genießen einen wirklich hübschen Downhill in Richtung des Steinbruchs an der nördlichen Flanke des Hochsteins. Dabei sausen wir an einigen wirklich bemerkenswerten Aussichtspunkten vorbei, die einen weiten Blick ins Sorbische und darüber hinaus ermöglichen. Die Entscheidung, ob nun der Downhill oder der Ausblick den größeren Genuss bietet, muss ich euch überlassen; wir haben unsere Bremsen getestet und ein paar Fotos geschossen. Der besagte Steinbruch wird intensiv bewirtschaftet; wer mag, kann die etwas gigantoman wirkende Technik bewundern. Wir gehören zu jenen schlichten Gemütern, die noch immer empfänglich sind für die Wunder der Technik und haben daher einen Größenvergleich mit unseren Bikes im Bilde festgehalten.
Vom Steinbruch aus geht es weiter bergab bis wir auf eine Straße stoßen, der wir für kurze Zeit nach links folgen. Jetzt muss man Aufmerksamkeit walten lassen, denn schon bald wartet rechter Hand ein nicht allzu breiter Waldweg auf uns. Er führt uns schon bald durch Wiesen und zunehmend ansteigend nach Dobrig. In diesem wirklich idyllischen Dörfchen halten wir uns auf der Dorfstraße links. Mehrfach bietet sich uns hier ein wunderschöner Blick zurück zum Hochstein. Wir haben jedoch nicht allzu viel Zeit dafür, weil – im rechten Winkel abbiegend – auf der rechten Seite der Straße ein Waldweg uns in einem recht langen (mir kam's jedenfalls ziemlich lang vor) Anstieg hinauf zum Schwarzenberg bringt. Natürlich „bringt“ er uns nicht wirklich dahin – jeder tritt in die eigenen Pedale. Da es auf dem Schwarzenberg nichts besonders zu sehen gibt, stürzen wir uns unverzüglich in den nun folgenden richtig guten Downhill – hier kann der Westlausitz-Biker (andere Biker dürfen das natürlich auch) dem Affen ordentlich Zucker geben! Wir gelangen dabei schließlich auf eine Straße (sie führt von Elstra nach Gersdorf-Möhrsdorf), auf die wir links abbiegen, um wenige Meter danach wieder rechts in den Wald zu fahren. Der Waldweg führt uns in Richtung eines kleinen Ortes namens Hennersdorf. Kurz vor dem Ort lohnt ein kurzer Stopp, denn nur an wenigen Stellen hat man einen so schönen Blick auf die Westlausitzer Berge und Hügel. Wir fahren nicht nach Hennersdorf hinein, sondern biegen kurz zuvor in einem links-rechts-Schlenker auf den Weg hinauf zum Heiligen Berg ein. Der Ehrlichkeit halber sei erwähnt, dass es sich dabei nicht wirklich um einen Weg handelt. Um es offen zu sagen: Wir müssen einfach über eine stetig ansteigende, weglose Wiese zum Heiligen Berg hinüber strampeln. An dessen Fuß erreichen wir wieder einen „richtigen“ Weg, der von Hennersdorf herüberkommt. Diesem folgen wir kurz nach links, um sehr bald auf den schmalen Pfad rechts hinauf zum Gipfel einzubiegen. Leider wissen wir nicht, warum dieser Hügel „Heiliger Berg“ heißt (das bleibt eine heimatkundliche Herausforderung), aber diese Geländeerhebung hat definitiv etwas Verwunschenes: Sie sieht von Ferne wie ein wirklich sehr niedliches, völlig unproblematisches Hügelchen aus. Im tatsächlichen Uphill zeigt der Heilige Berg jedoch, dass nicht nur Zähne hat, sondern auch beißen kann: Auch wir bekommen das spüren und müssen gestehen, dass wir rund 15 Meter (mehr waren es WIRKLICH nicht, Ehrenwort!) schieben mussten; der raue und teilweise sehr steile Pfad hat uns aus den Sätteln geholt. Der Gipfel des Heiligen Berges bietet nicht viel Aufregendes, der folgende Downhill dafür um so mehr – mir kam mehrfach die alter Biker-Weisheit in Sinn: „Aufpassen und Festhalten, sonst fällst du!“
Am Fuß des Heiligen Berges stoßen wir auf die Straße von Hennersdorf nach Bischheim-Häslich, wir biegen links darauf ein und gelangen auf die Hauptstraße von Kamenz nach Pulsnitz. Auf dieser müssen wir jetzt ein paar (wenige) Kilometer in Richtung Pulsnitz fahren. Das ist nicht wirklich schön, aber am Eisenbahnviadukt in Gersdorf biegen wir wieder nach links ab, fahren in den Ort hinein und auch gleich ganz hindurch (einschließlich Möhrsdorf) hinüber nach Steina, wieder mal immer hübsch bergauf. Wenn wir dann durch ganz Steina bis zur Kreuzung hinauf gestrampelt sind (man glaubt nicht, wie lang so ein Kaff sein!), haben wir eine schwerwiegende Entscheidung zu treffen: Entweder wir biegen hier links ab und nehmen den Schwedenstein auch noch mit – oder wir fahren lieber rechts hinunter nach Pulsnitz. Wir schenken uns für dieses Mal den Schwedenstein (es muss schließlich Steigerungsmöglichkeiten geben!) und fahren hinüber nach Pulsnitz, durch die Stadt hindurch, am Schlossteich entlang und von dort rechts über die Bahngleise auf einen Feldweg, der dem Biker die Vorzüge eines Fullys deutlich vor Augen führt (Klartext: am Hintern spüren lässt). An der Stelle, an der dieser Feldweg wieder in den Wald führt, lohnt sich ein kurzer heimatkundlicher Halt. Rechts biegt hier der alte Grenzweg zwischen der Mark Meißen und der (lange Zeit unter böhmischer Oberhoheit stehenden) Lausitz ab. Einige alte Grenzsteine aus dem Jahr 1753 geben davon Zeugnis.
Wir bleiben aber auf dem breiteren Weg, fahren eine kleine Anhöhe hinauf und gelangen wieder auf den Langen Flügel, den wir bereits auf unserer Fahrt nach Ohorn benutzt haben. Wir biegen rechts auf den Langen Flügel ein, fahren ihn in seiner gesamten Länge ab und stellen dabei fest, dass es tatsächlich ein „langer Flügel“ ist. Nachdem wir dabei wieder die Straße von Lichtenberg nach Großröhrsdorf und die A 4 überquert haben, gelangen wir auf die Straße von Leppersdorf nach Kleinröhrsdorf. Wir biegen links auf diese Straße ein und radeln – über die viel befahrene Straße von Radeberg nach Großröhrsdorf (Vorsicht, Stoppstraße!) - hinunter nach Kleinröhrsdorf. Im Dorf überqueren wir wieder die Röder und biegen erst rechts und dann links zum Wallrodaer Stausee ab. Und von hier aus ist es bis zu unserem Ausgangspunkt ja wirklich nur noch ein Katzensprung.
Übrigens erwartete und diesmal nicht nur ein guter Kaffee, sondern dazu auch noch ein Pflaumenkuchen, so frisch, wie er nur zu dieser Jahreszeit sein kann. Ein Duft zog in unsere Nasen, ein Duft sage ich euch ....
hier die Bildergalerie zur Tour.... ->
Karte folgt....




