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"Weizentour"

(Kamenz-Keulenberg-Bischheim-Brauna)

Tourenlänge: ca 60 km

Schwierigkeit: mittel (Waldautobahnen, Forstwege, Asphalt, Singletrail)
Beschreibung: Weizen-Tour Sonntag, gefahren am 2. Juli 2006

Vorbemerkungen:

1.Die Tour muss sozusagen als „historisch bedeutsam“ eingestuft werden – war sie doch die „Kennenlern-Tour“ zwischen den Lausitzer Wurzelkillern, welche von Storschi vertreten wurden (http://www.lausitzer-wurzelkiller.de/ – sind richtig gut drauf die Jungs, tolle Seite, nach dem lesen unbedingt anschauen!) und den Westlausitz-Bikern.
2.Wie so oft bei historischen Momenten, gehen diese nicht so glatt über die Bühne, wie wir es später in den Geschichtsbüchern lesen und der unbedarften Nachwelt Glauben gemacht wird. Nein, die Realität ist unbarmherzig und ohne jeglichen Sinn für Romantik! Auch uns blieb nichts erspart, denn eine Panne schon kurz nach dem Start, die andere womöglich zur unverzüglichen Aufgabe bewogen hätte, stellte die eben erst aus der Taufe gehobene Partnerschaft auf eine ernsthafte Probe. Wir haben sie – das sei in aller Bescheidenheit angemerkt – nicht nur bravourös gemeistert, sondern zu einer der Quellen des Erfolgs und künftiger gemeinsamer Touren gemacht – die Kunde davon wird auf den Seiten der Wurzelkiller und auf diesen Seiten zu vernehmen sein!
3.Wir (will heißen die Tourteilnehmer), das sind Holger von den Lausitzer Wurzelkillern (in Biker-Kreisen bekannt unter seinem Kampfnamen Storschi) sowie Tom und Johannes von den Westlausitz-Bikern. Die Tour war übrigens trotz Panne wunderschön und – wenn ich's noch recht im Kopf habe – ungefähr 60 Kilometer lang.

Nun aber zur Tour selbst:

Treff- und Startpunkt der Tour ist der Parkplatz unterhalb des Hutberges in Kamenz. Nachdem wir uns rasch miteinander bekannt machen und einem ersten, kurzen „Beschnüffeln“ besteigen wir die Boliden und strampeln hinauf auf den Hutberg. Oben stellt Johannes fest, dass er zu wenig Luft auf dem Hinterrad hat. Das ist ihm etwas peinlich, da so etwas einen nicht eben professionellen Eindruck macht. Die Sache wird aber ohne große Diskussion behoben. Kurz darauf geht es in einem flotten Downhill hinab nach Lückersdorf. Dort überqueren wir die Dorfstraße und fahren einen Feldweg bergan bis wir links in den Feldweg einbiegen; wir lassen den Wahlberg links liegen und erreichen die (nur wenig befahrene) Straße nach Schwosdorf. Wir biegen links auf die Straße ein und erreichen nach kurze Zeit diesen Schicksalsort unserer Tour.

Nachdem Toms Bike schon während der letzten Kilometer sehr verdächtige Geräusche von sich gegeben hatte, gehen diese nunmehr in einen lauten, anhaltenden Quietschton über. Es ist, als ob sich das gequälte Material klagend gegen jede weitere Benutzung sperren würde. Die Geräusche werden rasch als von der Hinterradbremse kommend lokalisiert. Beim Umdrehen des Bikes fällt einer der Bremsbeläge einfach heraus; Bild dazu eine Notreparatur erweist sich als unmöglich. Nach kurzem Krisengespräch, bei dem auch der Abbruch der Tour kurzzeitig in Erwägung gezogen wird, entschließt sich Tom, die Sache von der sportlichen Seite zu nehmen: Wer später bremst, ist länger schnell – von hier an wird an seinem Bike nur noch das Vorderrad gebremst.

Wir durchfahren Schwosdorf der Länge nach und biegen am Ortsausgang halbrechts auf einen schönen Waldweg ein. Diesen fahren wir immer gerade aus, überqueren dabei zwei Asphaltstraßen (die von Bischheim nach Neukirch und die Straße von Reichenbach nach Koitzsch) und gelangen schließlich nach Reichenau. Auf der Hauptstraße angekommen, folgen wir ihr einige hundert Meter und biegen dann halblinks auf die Straße nach Gräfenhain ein. Begleitet von den letzten Häusern Reichenaus geht es hier zunächst leicht bergan. Unsere Aufmerksamkeit gilt jedoch einem Wanderwegzeichen, das uns nach nur wenigen Kilometern den Weg hinab ins Tiefental weist.

Das Tiefental ist sozusagen eine Sehenswürdigkeit für sich. Hier durchbricht die Pulsnitz, ein schmales, idyllisches Flüsschen, einen kleinen Bergrücken und bildet dabei ein wild-romantisches Tal, das für den Biker einen wunderschönen Trail bereit hält (alles, was man sonst noch über das Tiefental wissen kann, sagt euch diese http://www.tiefentaler.de/tiefental/index.htm Seite). Übrigens bietet die Gegend auch aus heimatkundlicher Sicht einige interessante Punkte. So bildete die Pulsnitz im Mittelalter über längere Zeit in einigen Abschnitten ihres Laufes die Grenze zwischen den Besitzungen der Könige von Böhmen einerseits und der Markgrafen von Meißen andererseits.

Wir haben jedoch nicht allzu viel Zeit, um uns der Heimatkunde zu widmen, da wir bereits den Trail entlang der Pulsnitz durch das Tiefental radeln. Dabei durchfahren wir das Tal in seiner gesamten Länge und gelangen an seinem westlichen Ausgang auf die Straße von Gräfenhain nach Königsbrück. Diese Straße überqueren wir in einem kurzen „Schlenker“ – erst nach rechts und gleich darauf wieder nach links – hinein in den Wald und hinauf auf den Scheibischen Berg. Hier befindet sich eine Gedenkstätte für die Opfer der beiden Weltkriege. Ein Aussichtspunkt am Rande der Gedenkstätte bietet einen wirklich bemerkenswerten Ausblick hinüber nach Königsbrück und die Laußnitzer Heide. Wir nehmen uns ein paar Minuten Zeit, um die Aussicht zu genießen. Danach wenden wir die Bikes, fahren zurück auf die Straße nach Gräfenhain und erreichen diesen Ort nach kurzer Wegstrecke. Hier böte sich erneut die Möglichkeit für heimatkundliche Anmerkungen, aber ihr ahnt es schon: Dem Biker fehlt die Muße, näher darauf einzugehen. So muss der Hinweis auf die verschiedentlich im Ort angebrachten Informationsschilder genügen, während wir den Ort schon durchfahren haben und uns am Fuße des Keulenberges befinden.

Zum Keulenberg führen aus verschiedenen Richtungen – auch aus Richtung Gräfenhain – eine ganze Reihe Wege hinauf; wir suchen uns einen, der uns in einer weit ausholenden Serpentine nicht allzu steil zum Gipfel bringt. Oben angekommen, gönnen wir uns eine kleine Pause und ein ordentliches Radler. Bei dieser Gelegenheit findet auch der flotteste Biker die Muße, sich anhand der Info-Tafeln und durch ein Schwätzchen mit dem Keulenbergvereinsmitglied in der kleinen Verkaufsbude über diese höchste und markanteste Erhebung der Westlausitz zu informieren (hier steht alles: http://www.tiefentaler.de/keulenberg/index.html). Wir erliegen darüber hinaus dem spröden Charme der Besitzerin der ebenfalls vorhandenen Würstchen- und Getränkebude und genehmigen uns ein zweites Radler. Wie man hört, soll inzwischen das lange geschlossene Restaurant auf dem Keulenberg den Gästen wieder offen stehen. Man kann nur hoffen, dass dadurch nicht die erwähnte Würstchenbude in Wegfall gerät; ein launiger Schwatz mit der Betreiberin gehört eindeutig zu den einmaligen Erlebnissen, die nur ein Besuch auf dem Gipfel des Keulenberges bietet.

Nach soviel Gastlichkeit verlassen wir nun den Keulenberg, allerdings nicht über den bei Bikern beliebten und als „Roter Weg“ bekannten recht anspruchsvollen Trail, sondern über etwas mäßiger abfallende Waldwege, da wir auf Toms Bremsenschaden Rücksicht nehmen müssen. Es geht die Forststrasse bergab ( sehr schöne, schnelle Abfahrt ), unten angekommen biegen wir rechts ab . Wenige hundert Meter auf der Asphaltstrasse nach Großnaundorf biegen wir links in den Feldweg (danach Wald ) ein und erreichen nach Überquerung einer Strasse Friedersdorf. Von da an geht es nach Oberlichtenau, wo wir in Richtung Weißbach von der Hauptstraße abbiegen. Kurz nach dem Ortsausgangsschild biegen wir links auf einen Feldweg ein. Diesem folgen wir ein gutes Stück, machen einen kurzen „Schlenker“ um ein bebautes Feld herum, um dann nach rechts auf einen breiten Waldweg – ortsansässigen Bikern auch als „Waldautobahn“ bekannt – einzubiegen. Diesem folgen wir, mal bergauf, mal bergab, vorbei am Folgenberg und Fichtenberg, bis wir schließlich nach Bischheim gelangen. Im Ort halten wir uns rechts und folgen den – allerdings spärlichen – Hinweisen zur Kulturmühle. Dort gönnen wir uns ein gutes Hefeweizen – um genau zu sein: Jeder gönnt sich zwei von der Sorte. Der einfach unvergessliche (und fotografisch dokumentierte! - siehe Galerie), so herrlich ins Biker-Nirwana strebende Blick von Storsch gab dabei dieser Tour den Namen ...

Von der Kulturmühle aus fahren wir die kurze Strecke zurück in den Ort, biegen rechts auf die Hauptstraße ein, folgen ihr einen guten Kilometer und verlassen sie schließlich, indem wir links um den Schlossteich herum fahren und einen Feldweg erreichen, der uns am Wüsteberg und (erneut) am Wahlberg vorbeiführt. Nach einer längeren und schnellen Abfahrt ( für Tom nicht so schnellen) biegen wir unten angekommen rechts ab. Hier schließt sich die Runde, es geht Richtung Lückersdorf zurück. Bei erreichen der Strasse biegen wir jedoch links nach Brauna ab. In Brauna halten wir uns scharf rechts, fahren nicht in den Ort hinein wählen halbrechts die schnurgerade Chaussee hinauf zum Vogelberg. Am Vogelbergsteinbruch gönnen wir uns eine letzte Rast und spülen uns den Staub der Tour durch ein erfrischendes Bad im Steinbruch vom Leibe. Uns nach verdienter Pause Richtung Kamenz haltend, erreichen wir nach kurzer Wegstrecke unseren Ausgangspunkt.

Die Tour hat – trotz oder auch und gerade wegen einiger Probleme – richtig viel Spaß gemacht. Verehrte Wurzelkiller, wir sollten keine Ewigkeiten ins Land gehen lassen, um eine wieder ähnliche Aktion zu starten.

Also, bis denne und ride on!

(Text: Johannes)

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Karte folgt....