"Kirmestour" (Arnsdorf-Weixdorf-Langebrück-Heide..

Tourenlänge: ca 50 km
Schwierigkeit: leicht (Waldautobahnen, Forstwege, Asphalt, Singletrail)
Beschreibung: Kirmes-Tour Samstag, erstmalig gefahren am 30. September 2006
Vorbemerkungen:
1. Wegen ihrer vielen, ausgesprochen schönen Single-Trails ist diese Tour ist besonders geeignet, die Nachwehen einer durchzechten Kirmesnacht wirkungsvoll zu bekämpfen. Probleme der allgemeinen Koordination und Reaktionsfähigkeit (Alkohol ist ein starkes Nervengift!) sowie der Grundausdauer (auch als Fitmacher ist Alkohol nicht unbedingt bekannt, vom Tabakkonsum sei an dieser Stelle geschwiegen) werden gründlich beseitigt. Zu Testzwecken (und nur zu diesen!!!) sei empfohlen, am (Kirmes)Vorabend mindestens fünf halbe Liter Bier zu trinken und keinesfalls vor 4 Uhr morgens ins Bett zu gehen. Die Tour selbst sollte am besten am späten Vormittag (wann immer das sein mag) starten.
2. Das Kernstück der Tour könnt ihr auf untenstehenden Kartenausschnitt verfolgen. Für Start- und Schlussphase müsst ihr eure Ortskenntnis (falls nicht vorhanden: eure Phantasie) bemühen. Solltet ihr mit beiden Probleme haben, ist das auch nicht weiter tragisch, da – in Abhängigkeit vom Wohnort – die meisten wohl ohnehin anderswo starten (und natürlich auch ankommen wollen) als wir.
3. Apropos wir: Das (nämlich die Teilnehmer) sind Tom und Johannes. In der von uns gefahrenen Variante ist die Tour gut 50 km lang. Übrigens: Mindestens einer von uns hat den unter Punkt 1 beschriebenen Test im Selbstversuch mit jener gnadenlosen Selbstverleugnung durchgeführt, wie sie nur der wahre, an objektiver Erkenntnis orientierte Wissenschaftler kennt. Er bestätigt hiermit ihre (nämlich der Tour) heilsame Wirkung im vollen Umfang ...
Nun endlich zur Tour selbst:
Startpunkt der Tour ist der schöne Ort Arnsdorf bei Dresden. Wir durchfahren diesen Ort in Richtung Stausee Wallroda – dieser ist an vielen Stellen im Ort ausgeschildert. Dort angekommen, biegen wir links auf einen Plattenweg ein und umfahren den Stausee zu gut einem Viertel (Vorsicht bei schönem Wetter – Badelustige und/oder Angler!). Auf der Verbindungsstraße zwischen Wallroda und Kleinröhrsdorf angekommen, biegen wir wiederum nach links, Richtung Wallroda ab. Der Ort wird beinahe zur Gänze durchfahren; erst an der Kreuzung kurz vor der Dorfkirche biegen wir rechts ab und überqueren dabei die Röder. Dieses sich in beschaulichen Mäandern durch idyllische Täler windende Flüsschen wird uns übrigens die weiteren rund 20 Kilometer der Tour begleiten.
Doch zurück zur Tour: Aus dem Sträßchen, in das wir eingebogen sind, wird rasch ein Feldweg, dem wir aber nur rund 100 Meter bergauf folgen. An der Ausschilderung „Hüttertal“ folgen wir diesem Wegweiser nach links. Nach kurzer Zeit wird aus dem Feldweg ein Fußpfad – und damit ein flott anzugehender Single-'Trail. Dieser führt uns durch das schöne Hüttertal vorbei an der Hüttermühle nach Radeberg, das wir an der Schlossmühle und bei Schloss Klippenstein erreichen. Hier gibt es übrigens einen sehr aktiven Schlossverein und ein sehenswertes Heimatmuseum. An Schloss Klippenstein vorbei erreichen wir durch ein schmales, kurzes Gässchen den Marktplatz. Das Rathaus links liegen lassend, fahren wir zur Ampelkreuzung und überqueren diese geradeaus (Richtung Autobahn). Der sehr stark befahrenen Straße folgen wir nur wenige hundert Meter; an der Gabelung kurz nach dem Ärztehaus auf der linken Seite biegen wir links in die Straße nach Lotzdorf /Liegau-Augustusbad ein. Auch diese Straße fahren wir nur wenige hundert Meter. Sobald die Hauptstraße links abbiegt, fahren wir die schmale Straße geradeaus weiter. Sie wird rasch zum Feldweg und führt uns auf den Silberberg. Oben angekommen, sollte man sich ein paar Minuten die wirklich bemerkenswerte Aussicht auf das Dresdner Umland gönnen; bei guter Sicht kann man von hieraus sogar die Tafelberge der Sächsischen Schweiz und die Höhen des Erzgebirges erkennen.
Es geht weiter am Waldrand entlang auf dem mal schmaler, mal wieder breiter werdenden Pfad. Nicht verpassen sollte man jedoch den Abzweig nach rechts hinunter in den Tannengrund. Diesem folgen wir in einem schönen Downhill. Unten ist jedoch Vorsicht geboten: Hier lauert eine (zumeist geschlossene) Schranke. Übersieht man diese, braucht man höchst wahrscheinlich doch noch die Unterstützung der hilfreichen Menschen aus dem Ärztehaus ...
Unten an der Straße angekommen, empfängt uns erneut die Röder. Wir überqueren sie wieder, indem wir rechts auf die Straße nach Wachau abbiegen. Hier ist wiederum Aufmerksamkeit gefordert: Schon bald zweigt links von der Straße ein schmaler Pfad als Eingang zum Seifersdorfer Tal ab. Diesem folgend, erreichen wir rasch das „Tal der Empfindsamkeit“ der Christina von Brühl – eben das Seifersdorfer Tal. Dieses Tal – einst berühmt bei deutschen und europäischen Geistesgrößen (selbst Goethe gehörte zu seinen Bewunderern) – ist für den heimatkundlich Interessierten an sich schon einen Tagesausflug wert. Wir jedoch sind mit dem „Mountie“ unterwegs und folglich für die schwärmerischen Empfindsamkeiten romantischer adeliger Damen (wenigstens im Augenblick) kaum empfänglich. Wir konzentrieren uns lieber auf den Trail – und das ist, zumindest streckenweise, alles andere als überflüssig. Vorbei an der Grundmühle (hier gibt es leider keine Einkehrmöglichkeit mehr, das Gebäude dient jetzt als Wohnhaus) fahren wir durch das wunderschöne Tal entlang der Röder. Bald stoßen wir auf die rechts den Hang hinunter kommende Straße aus Seifersdorf. Wir überqueren sie und erreichen nach kurzer Strecke die Marienmühle. An heißen Tagen kann hier ein erstes Radler durchaus angezeigt sein. Uns jedoch steht der Sinn keineswegs nach (erneuter) Alkoholaufnahme. So lassen wir die gastliche Marienmühle links liegen und folgen – auf teilweise anspruchsvoller werdendem Trail – weiter der Röder und dem Tal in Richtung Grünberg. Um dieses idyllische Dörfchen zu erreichen, müssen wir an einigen Stellen die Hänge des Tals bis auf gut halbe Höhe erklimmen, die Röder nochmals queren und mit einigen wirklich problematischen Stellen im Trail fertig werden.
In Grünberg angekommen, bietet uns der Hermsdorfer Schlosspark den nächsten Orientierungspunkt. Dazu fahren wir bergan an der Grünberger Kirche vorbei und bemühen uns, den Waldweg, der rechts von der Straße weg zum Schlosspark führt, nicht zu verpassen. Haben wir diesen „erwischt“, erwarten uns wiederum einige Kilometer sehr schöner Single-Trail – natürlich entlang der Röder. Im Hermsdorfer Schlosspark angekommen, sollte man dem wunderschönen Schlossteich einen Augenblick der Aufmerksamkeit schenken; der Blick über das Wasser hinüber zum Schloss hat zu allen Jahreszeiten seine Reize. Nach angemessener Rast wenden wir die „Rösser“, verlassen endgültig die Röder und suchen – eine kleine Holzbrücke überquerend – unseren weiteren Weg: Weixdorf heißt der neue Zielpunkt. Wir erreichen diesen Ort, indem wir eine wohl ehemals hoch herrschaftliche (jetzt aber ziemlich rumplige) mit Kastanien bestandene Allee hinauffahren. Vorbei an einer Anhöhe mit dem gruseligen Namen „Galgenberg“ geht es dann hinunter nach Weixdorf. Wir stoßen hier auf die B 97, um nach wenigen Metern links in die Langebrücker Straße einzubiegen. Diese kaum befahrene Straße führt uns zunächst bergan und fällt dann recht angenehm ab. An der Kreuzung mit der Hauptstraße von Langebrück nach Liegau-Augustusbad fahren wir geradeaus in den gegenüberliegenden Waldweg hinein, der uns in das Tal ein kleinen Wasserlaufs, genannt „Roter Graben“ führt, dem wir, rechts auf einen Trail abbiegend, folgen.
Bevor wir dies tun, sei auf eine Denkwürdigkeit (oder wie immer man dies nennen mag) hingewiesen, die uns auf eine Tragödie aus dem Jahre 1834 hinweist. Am Rande der genannten Kreuzung, dort, wo sich der Waldweg zum Roten Graben hinabsenkt, befindet sich wenige Schritte rechts im Walde ein sogenannter Duellstein. Angehörige eines Leutnant Koehler, der hier im Duell fiel, errichteten diesen Stein seiner Erinnerung. Sicher ist es die Zeit wert, einen Blick auf diesen (übrigens liebevoll restaurierten) Zeugen einer vergangenen Zeit zu werfen.
Wir sind jedoch bereits unten am Roten Graben angekommen und folgen dem teilweise kaum zu erkennenden Weg an seiner Seite bis hinein nach Langebrück. Dort fahren wir ein gutes Stück in den Ort hinein. Nach der Unterquerung der Eisenbahn halten wir uns zunächst rechts, um am Ortsausgang (zur Heide Richtung Dachsenberg) die Straße zu überqueren und in die Dresdner Heide Richtung Langebrücker Saugarten zu fahren. Von dort aus führt uns der Weg recht unkompliziert erst zur Hofewiese (die sich noch immer in einem ringsum beklagenswerten Zustand befindet) und dann zur Heidemühle (hier kann man inzwischen übrigens wenigstens wieder ein Radler bekommen). Von hier aus geht es in einem kurzen „Schlenker“ nach links über die Prießnitz rechts hinein in den Wald. Da wir nicht auf direktem Wege zurück nach Arnsdorf wollen, rollen wir auf sehr schönen Waldwegen, vorbei am Staubecken des Haarweidenbaches erstmal Richtung Dresden-Bühlau. Auf dem Nachtflügel angekommen, folgen wir diesem – scharf links abbiegend – bis zur Tanzzipfelwiese. Hier biegen wir rechts ab und erreichen nach wenigen hundert Metern Ullersdorf. Wir überqueren die Straße nach Großerkmannsdorf und folgen dem hier asphaltierten und zunächst recht steil ansteigenden Bischofsweg. Auf der Höhe angekommen, nehmen wir uns wiederum ein paar Minuten Zeit, um die die beeindruckende Weitsicht auf die Berge der Lausitz, das Schönfelder Hochland und Teile der Stadt Dresden zu genießen.
Dem Bischofsweg weiter folgend, erreichen wir die Straße von Rossendorf nach Großerkmannsdorf. Hier machen wir wieder einen „Schlenker“ – kurz rechts und gleich darauf links – auf den sogenannten Plattenweg. Nach einigen Metern verlassen wir diesen wieder, indem wir rechts auf einen Feldweg abbiegen, der uns in den Karswald führt. Diesen durchqueren wir in östlicher Richtung, jedoch nicht ohne zwei heimatkundlichen Sehenswürdigkeiten unsere Aufwartung gemacht zu haben: dem sogenannten „Mordstein“ und dem wüsten Dorf Reinhardswalde. Der Mordstein erinnert an den Mord an einem Geldboten am Ende des 19. Jahrhunderts. Der Mord soll niemals aufgeklärt worden sein. An der Stelle der Wüstung Reinhardswalde befand sich ein 1435 urkundlich erstmals erwähntes Dorf namens Reinhardswalde. Es wurde – wohl schon im 16. Jahrhundert – aus letztlich nicht geklärten Gründen von seinen Bewohnern verlassen; natürlich ranken sich eine Reihe Sagen um diesen Platz. An dem ist jedoch außer üppigem Wald nicht viel zu sehen. Ausgrabungen, die allerdings wieder zugeschüttet wurden, haben die Grundrisse einiger Häuser und des Backofens (und damit wohl den zentralen Platz des Dorfes) zum Vorschein gebracht. An der Stelle des Backofens steht jetzt eine Hinweistafel. Nach soviel Heimatkunde erreichen nach nur wenigen Kilometern beim Sächsischen Krankenhaus für Psychiatrie und Neurologie Arnsdorf, unseren Ausgangspunkt.
Übrigens: Auf uns wartete bei unserer Ankunft nicht nur ein verlockender Kaffeeduft, sondern auch frisch gebackener Apfel- und Pflaumenkuchen – SEHR lecker ... !
(Text: Johannes /Offizieller Texteverfasser von www.Westlausitz-Bike.de )
Bildergalerie zur Tour -->




